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19.01.2026

SchülerInnen leiten eine Station

Die Julius Care Schule hat gemeinsam mit der Station 24 des Juliusspitals
ein besonderes Projekt realisiert: „Schüler leiten eine Station“. 
 

Vom 21. bis zum 28. November 2025 übernahmen 20 Oberkursschüler für eine Woche
die komplette Verantwortung auf einer Station. Hier werden Patienten
chirurgisch, orthopädisch und frührehabilitativ betreut. Ein Projekt, das
über ein Jahr lang sorgfältig vorbereitet wurde. Ziel war es, dass die
angehenden Pflegefachkräfte kurz vor ihrer Abschlussprüfung hautnah erleben,
was es bedeutet, im echten Stationsalltag zu arbeiten und Verantwortung
zu tragen. Und genau hier beginnt das Motto der Gruppe zu leuchten:
„Kleiner Funken, große Entwicklung“.
Bereits in der Vorbereitungswoche an der Julius Care Schule stand Teamarbeit im
Mittelpunkt. Wünsche, Sorgen und Erwartungen wurden offen besprochen,
Dienstpläne erstellt und wichtige Krankheitsbilder, sowie der Umgang mit
Hilfsmitteln wiederholt. Die Schüler sollten mit einem sicheren Gefühl in
die Praxis starten – ein kleiner Funke an Mut und Vertrauen, der später zu
spürbarer Entwicklung führen sollte.
Die erste Woche auf Station diente der Einarbeitung. Die Fachkräfte
nahmen die Schülerinnen an die Hand, erklärten Abläufe, beantworteten
Fragen und begleiteten sie eng. Doch schnell zeigte sich, dass die
Lernenden von Tag zu Tag selbstständiger wurden. Die Station 24
berichtete bereits in dieser Phase von beeindruckender Eigeninitiative und
wachsendem Verantwortungsbewusstsein. Auch die Schüler selbst fühlten
sich zunehmend sicherer und bereit dafür, den kommenden
Herausforderungen gewachsen zu sein. Sie lernten, wie entscheidend es
ist, Abläufe zu kennen, Prioritäten zu setzen und Zeit strukturiert
einzuteilen.
Dann wurde es ernst: Am 21.11. startete der erste eigenständige
Spätdienst. Mit spürbarem Selbstbewusstsein übernahmen die Schüler
Telefonate, Arztgespräche und die komplette Patientenversorgung.
Besonders im Frühdienst merkten sie schnell, worauf es ankommt, ein
effizienter Umgang mit der Zeit und klare Teamabsprachen. Nach der
Übergabe um 6 Uhr folgten Rundgänge, Verbandkontrollen,
Vitalzeichenkontrollen, Medikamentengaben und Infusionswechsel. Ab 7
Uhr kam die ärztliche Visite hinzu, während gleichzeitig das Frühstück
verteilt wurde. Die Schülerinnen beschrieben diese parallelen
Anforderungen als herausfordernd, aber lehrreich. Kommunikation und
Zusammenarbeit waren hier der Schlüssel.
Auch im weiteren Tagesverlauf warteten vielfältige Aufgaben,
Körperpflege, OP-Vorbereitungen, Mobilisationen und die postoperative
Betreuung. Im Spätdienst kamen sie beim Entscheiden, Dokumentieren
und Verbandswechseln an ihre Grenzen, und auch der Nachtdienst hielt
Überraschungen bereit von Neuaufnahmen bis zu Verlegungen und
unvorhergesehene Situationen forderten volle Konzentration. Manche
Dienste empfanden die Schüler als stressig, andere als ruhig, doch immer
blieb der Lernzuwachs groß. Die Fachkräfte nahmen bewusst die Rolle
des Beobachters ein, unterstützten nur bei Bedarf und halfen vor allem
durch gezielte Hinweise dabei, dass die Schüler selbst Lösungen fanden.
Auch Krankheitsausfälle blieben nicht aus, diese wurden im Team
souverän von den beiden Schüler-Stationsleitungen aufgefangen. Die
Station 24 zeigte sich am Ende beeindruckt von Engagement,
Organisationstalent und Fachlichkeit der Lernenden und freut sich nun
umso mehr auf die zukünftigen Kollegen.
Die Schüler selbst blicken dankbar auf das Projekt zurück. Für sie war es
eine wertvolle, realitätsnahe Vorbereitung auf das Examen. Viele
wünschen sich, dass auch kommende Kurse diese Chance erhalten.
„Kleiner Funken, große Entwicklung“, war das Motto.
Und dieses Motto wurde Wirklichkeit. Was als kleiner Funke, erste
Unsicherheit, erste Motivation, erste Verantwortung, begann, wuchs in
dieser Woche zu einer großen beruflichen und persönlichen Entwicklung
heran. Die Schüler haben gezeigt, was in ihnen steckt, und sind bereit für
den nächsten Schritt auf ihrem Weg in die professionelle Pflege.

Autorin: Cierra Jochim (G23A)
 

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